Estelle Labes: Installations, Performances, Films, Recherche

Coming exhibition:

GroupShow: with Andriu Deplazes, Triennale de Pontresina, SUI - 27 Juin au 22 Oct. 2026

GroupShow : Survival Kit, Riga, LV - 28 Août au 27 Septembre

Coming residency : Résidence - CNCD Rennes, FR - 6 au 24 Juillet 2026

Estelle Labes

Expositions personnelles

2018 - Promenade, Se promener - Galerie Im KUBA, Sarrebrücken DE

Expositions collectives

2025 - SILENCE , Chartreuse de Villeneuve des Avignons FR

2025 - D’ici 60 ans : Relayer - Cité Internationale des arts, Paris FR

2023 - DESIGN A BOOK - Wittockiana, Brussels BE

2022 - Qu’est-ce que (...)? - Galerie A Rodin A Balzac, Paris FR

Performances

2026 - (...), with Orso Caël, BOZAR, Bruxelles BE

2025 - rearview mirror - Cahier Central, Paris FR

2025 - The Laundry - Cité internationale des arts, Paris FR

2024 - Waiting Room - Centre Culturel Suisse & Cité des arts, Paris FR

2024 - Accrochage - Galerie A Rodin A Balzac, Paris BE

2023 - Dead lips - Ateliers Claus, Brussels BE

2022 - Doing Things & Saying Things - CINEMATEK, Brussels BE

2015 - 2022 - THAT’S IT’ - group performance (Joëlle Tuerlinckx) - Kunsthal

Gand BE, DIA:Beacon USA , KAAÏTHEATER Brussels BE, STUK Leuven BE

2019 - This line is a part of a very larger circle - with Andriu Deplzase, Bundner

Kunstmuseum, Coire SZ

Installation

2022 - Vous êtes ici X - CINEMATEK, Bruxelles BE

Workshop

2025 - Utopie/Deaftopie : performance - Avec Olivier Schettrit pour les Etudiants

sourd.e.s des Beaux Arts de Marseille - Chartreuse de Villeneuve des Avignons FR

2025 - Voix : performance - Avec Myriam Djemour : public sourd.e.s & CODA : Cité

internationnale des Arts, Paris FR

2025 - Langue des signes et performance : public scolaire : Art Explora, Paris FR

Film

2023 - Les oeufs aussi ont un angle - 33min, AJC - Diffusion : International Compe-

tition medium­ lenght film: 2ANNAS LT, Côté-courts Pantin FR, CEIFF Asuncion PY

Edition

2025 - Do you book? Réédition (x300) - ALT Edition, BE

2022 - DO YOU BOOK ? - Artist book (x100) - L A Y E R S, BE

Publications

2025 - Observation Périodiques, TRAM & DRac île de france

2022 - Catalogue Design-A-Book, Mariemont & Wittockiana

 

Résidences

2026 - La Maison Danse - CNDC Uzès, FR

2025 - E22 - Saint Laurent des Arbres, FR

2025 - L’L - recherche en arts vivants, 2025-2028, Bruxelles BE

2024 - Cité Internationale des arts - programme 2-12, Paris FR

2023 - Ateliers Clauss - Bruxelles BE

2022 - CINEMATEK - Bruxelles BE

2016 - KUBA - RAVI-Liège, Saarbrucken DE

Prix

2024 - Les oeufs aussi ont un angle / meilleur Moyen-métrage, CEIFF Asuncion PY

2022 - Un futur pour la culture - Fédération Wallonie Bruxelles BE

Bourses

2025 - Wallonie Bruxelles International

2024 - Fédération Wallonie Bruxelles : Aide à l’édition

Études

2019 - 2026 - Deaf studies, EHESS, Paris FR

2026 - Bachelor in Arts pluridisciplinaires - E.R.G, Brussels BE

Programmation Festivals

2024 - Rencontres d’été - Lestelle-Bétharram FR

2022 - L’Âge d’Or - Carte blanche - CINEMATEK, Brussels BE

2019 - Festival Mondial Cinémas Sauvages - La cheminée, Brussels BE

Conférences

2025 - Artiste-intervenante : Disabilities Studies, EHESS, Paris FR

2025 - Welcom in your Body, Elisabeth Lebovici, ICA, Londres UK

 

 

 

 

 

Estelle Labes

& > Andriu Deplazes

Geboren 1990 in Paris. Lebt und arbeitet zwischen Brüssel und Paris. Estelle Labes ist Künstlerin, Forscherin und CODA. Sie beschäftigt sich mit der Begegnung zwischen der französischen Gebärdensprache und der Filmsprache, die sich ihrer Meinung nach überschneiden. Sie versteht ihre künstlerische Praxis als Schnittstelle dieser beiden prägenden Erfahrungen. Die eine bezieht sich auf das Erlernen der Gebärdensprache und die Kommunikation mit ihrer Familie und der Gehörlosengemeinschaft, die andere auf den Aufbau eines Super-8-Archivs, in dem sich wiederkehrende Gesten zeigten, die die Fähigkeit besaßen, Wege aufzuzeigen, die Welt körperlich und kulturell zu rahmen und zu übersetzen. Dieses Archiv veranlasst ihn, die Autonomie des Subjekts und die Autonomie des Objekts sowie die Präsenz von Sinnen der Distanzierung in unserer Beziehung zur Moderne und zu den Technologien zu hinterfragen. Ihre Forschungen führen sie zu der Überlegung, dass eine Art Vorherrschaft des Sehens und des Mündlichen die Vielfalt unserer Wahrnehmungen verzerrt und zum Schweigen bringt und unsere Fähigkeiten zum Handeln und zum Erzählen (von uns selbst) beeinflusst. In ihren Installationen versucht die Künstlerin, die Wahrnehmungen der Besucher*innen zu verschieben, um einen Orientierungsverlust zu erzeugen, von dem aus es möglich ist, anders, neu und tief zu empfinden. Dazu schafft sie durch den Einsatz zahlreicher Medien Verschiebungen zwischen unseren verschiedenen Wahrnehmungskanälen. Ihre Installationen sprechen unsere inneren und unbewussten Sinne an und hinterfragen unter anderem unseren freien Willen, unsere Veranlagung und unseren Wunsch, als Besucher*innen das Richtige zu tun. So arbeitet sie daran, eine Art des In-der-Welt-Seins und des Bewohnens unserer Körper vorzuschlagen, die zugleich einzigartig ist, mit unserer Umgebung verbunden und in Beziehung steht - stets zu dem, was lebt. 2009 begann ich ein Architekturstudium an der La Cambre. Doch der Körper, das Zeichnen und das Video erschienen mir bereits als eine Notwendigkeit. Ich besuchte daraufhin die Kurse von Manon de Boer, Annick Leroy und Joëlle Tuerlinckx an der ERG. Im Anschluss an diese Ausbildung entwickelte ich ein persönliches Werk, das zugleich dokumentarisch, sinnlich und formal ist. 2016 nahm ich am Austausch-Residenzprogramm RA- VI-Liège teil und präsentierte meine erste Ausstellung "promenade-se pro- mener" in der Galerie KUBA in Saarbrücken. Seit 2015 arbeite ich mit der Künstlerin Joëlle Tuerlinckx am Projekt THAT's IT zusammen. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es mir, an zahlreichen Orten wie dem STUK, dem KAAITHEATER, Lem- pretz, Bozar oder DIA:Beacon zu arbeiten und meine Praxis unter dem Gesichtspunkt einer Spannungsbeziehung zu vertiefen: Archiv-Installation-Performance. Im Jahr 2020 präsentiere ich eine Performance im Bundner Kunstmuseum in Chur. Im Jahr 2021 erhalte ich ein Stipendium der FWB, das es mir ermöglicht, mein persönliches Archiv zu digitalisieren. Im selben Jahr lädt mich die CINEMATEK ein, die Installation "Vous êtes ici .X" und die Performance "Doing Things and Saying Things" zu präsentieren. Dann bietet sie mir eine Carte blanche für ein Programm beim Festival l'Âge d'or an. 2022 wird mein erstes Buch "Do you book?" in der Witt- tockiana im Rahmen der Ausstellung DESIGN A BOOK vorgestellt. 2023 präsentiere ich "Dead Lips" in den Ateliers Clauss. Im Jahr 2024 wird "Every eggs has a corner" für mehrere Festivals ausgewählt. Im September desselben Jahres beginne ich als Preisträgerin des Programms 2-12 an der Cité Internationale des Arts in Paris eine einjährige Residenz und präsentiere: "Welcome in your body" in der Ausstellung D'ici 60 ans: Relayer. Im März 2025 beginne ich eine Forschung im Bereich der darstellenden Künste bei L'L und kuratiere gemeinsam eine Ausstellung mit gehörlosen Künstler*innen sowie CODAS in der Chartreuse de Villeneuve-des-Avignons. Im Jahr 2026 nehme ich an der Triennale von Pontrésina im Duo mit dem Maler Andriu Deplazes sowie am Latvian Centre for Contemporary Art in Riga teil.

Arbeiten Kunstwege | Vias d'art Pontresina 2026

Balkon im Freien und Ovaler Fensterblick auf Gletscher, 2026

Standorte 1 und 2           >zur Karte

Balkon im Freien
Der Balkon des Ramses-III.-Tempels am Nilufer aus dem Jahr 1218 v. Chr. könnte eines der ältesten Bauwerke seiner Art sein. Ein Ort, von dem aus der Pharao sein Volk überblickt, ohne Gefahr zu laufen, bedrängt zu werden. Der Balkon hat sich im Laufe der Epochen und in unterschiedlichen Kulturen diversifiziert, seine ursprüngliche Funktion als Bühne für einen Auftritt jedoch nie verloren. Heute wird er als Ort der Entspannung und des Eintauchens in die Natur und Umwelt empfunden, ohne daran aktiv teilhaben zu müssen. In dieser Installation wird der Balkon durch Gletschervliese (Diavolezza) von der Hotelfassade isoliert, die organischen Spuren des Gletschers werden als Abdruck ersichtlich. Das Tourismushotel verschwindet hinter einem Vorhang, der den Schnee vor dem Schmelzen schützen soll. Auf dem Balkon erblickt man Katzen, bei denen man sich fragt, ob sie zum Haus «gehören».

Andriu Deplazes | Estelle Labes 
Balkon im Freien, 2026
Gletschervlies, 1370 x 1300 cm, 7 Skulpturen aus gehärtetem Gips, Soundfile D, F, I, R, Lautsprecher
Hotel Weisses Kreuz, Via Maistra 91 Kunstwege | Vias d’art Pontresina 2026

Ovaler Fensterblick auf Gletscher
Das erste Zelt wurde in Moldawien gefunden und stammt aus der Zeit um 40’000 v. Chr. Es zeugt von einer Nomadenkultur, in der Natur und menschliche Verletzlichkeit in ständigem Wechselspiel stehen. In diesem Ölbild, das in der Nische der Fassade des ehemaligen Pferdestalls des Dorfarztes von Pontresina hängt, liegt ein Körper in einem Zelt. Indes ist es nicht wie bei den Nomaden sein Zuhause, sondern eher ein zwischenzeitlicher Unterschlupf auf einer Wanderung. Das Zelt besteht jedoch nur aus Stangen, es hat keine Seitenwände. Der Körper ist gänzlich seiner Umwelt ausgesetzt und von dem über die Alpen fliegenden Militärjet und seinen Messgeräten leicht zu erfassen. Als Betrachtende blicken wir durch das ovale Fenster in den Pferdestall, um in eine künstliche Naturszenerie einzutauchen, in der die Wildnis und die Existenz des Menschen ineinanderfliessen.

Andriu Deplazes | Estelle Labes 
Ovaler Fensterblick auf Gletscher, 2026
Öl auf Leinwand, 570 x 209 cm
Laret, Chesa Campell, Via Maistra 107
Kunstwege | Vias d’art Pontresina 2026