König der Schneekunst

Das Material Schnee braucht Erfahrung und Geschick und birgt manchmal Überraschungen. Schneekünstler frieren selten bei ihrer Arbeit, denn sie ist anstrengend. Schneeskulpteure wie Philipp Käppeli sind hervorragende Handwerker, aber in erster Linie Künstler. Der Künstler und Bildhauer Philipp Käppeli gehört mit seinen zwei Siegen beim Internationalen Wettbewerb für Schneekunst, Snowart Pontresina, weltweit zur obersten Liga der Schneekünstler. "Seit 1997 nehme ich immer wieder an verschiedenen Schneeskunstwettbewerben teil. Die Auseinandersetzung mit dem Material ist faszinierend, mit seiner Reinheit und seiner kompakten Beschaffenheit entsteht der Eindruck von reinstem Marmor. Der Schnee bietet mir die Möglichkeit, in anderen Grössenverhältnisse zu arbeiten."

Philipp Käppeli
Perfekte Schneekunst ist wie eine Marmorskulptur

Der 47-jährige, in Reinach aufgewachsene Steinbildhauer ist einer der besten Schneekünstler der Welt. Mit seiner künstlerischen und handwerklichen Präzision setzt er bei der Schneekunst- Triennale “Snowart“ in Pontresina immer wieder neue Massstäbe.

Schneekunst in Pontresina sind keine Figuren von putzigen Bären und imposanten Steinböcken

Wie wenige andere versteht er es mit seinem Team die traditionelle Schneekunst mit Aussageweisen der zeitgenössischen Kunst zu verbinden und so zu einer qualitativen und innovativen Zielsetzung beitragen. Auf die Frage, ob Schneekunst nicht zwecklos ist, nichts im Frühling übrig bleibt als ein paar Erinnerungen, meint er: "Kunst ist, einer Idee Ausdruck zu geben - und wer schon einmal eine Skulptur erschaffen hat, von der Idee bis zum letzten Schliff, der weiss, dass das starke und bleibende Erinnerungen sind. Schneekunst entsteht im Kopf - mit dem ganzen Körper- im Team. Jede Entscheidung, jede Rundung, alles bleibt im Gedächtnis haften. Da spielt es keine Rolle, wenn das sichtbare Werk im Frühling schmilzt."

Es sind stets die kleinen, ja teils unscheinbaren Gesten welche mich interessieren und berühren.

Schneekunst entsteht im Kopf - mit dem ganzen Körper- im Team

Schon in den 90-er Jahren war Pontresina, neben St. Moritz, Schauplatz des internationalen Schneeskulpturenwettbewerbs. Der erste Kunstweg entstand 2006 am Ufer des Flaz, an der Loipe des berühmten Engadin-Marathon. Der weltweit einzigartige Wettbewerb, der das Material Schnee als Ausdruck der zeitgenössischen Skulptur einsetzt, hat sich international einen Namen geschaffen. Viele Schneekünstler wollen an Snowart mitmachen und die Konkurrenz ist gross: Teams aus Schweden, Finnland, Kanada, den USA, Holland, Italien, Rumänien, Deutschland, Österreich und der Schweiz gaben sich schon ein Stelldichein. Sie schufen entlang der Nachtloipe Tolais einen Traum aus Schnee und Licht. Die Objekte schenkten dem Vorübergehenden oder -eilenden unerwartete Aus- und Einsichten; bei Tag – und besonders eindrucksvoll – bei Nacht. Es entstanden Kunstwerke von starker Expression, die im Frühjahr in den Kreislauf der Natur zurückfanden.

Mittlerweile sind vier Schneekunst-Wettbewerbe in Pontresina mit Beteiligung des Teams von Philipp Käppeli ausgetragen worden.

  • 2006: UP! 1. Preis der Fachjury
  • 2009: VITA Diplom der Fachjury
  • 2012:  BETWEEN LINES 1. Preis der Fachjury und Publikumspreis
  • 2015: SPIRAL OF LIFE 2. Preis der Fachjury und Publikumspreis

Seine Arbeiten, die er zusammen mit Mike Imhof, André Sigrist, Peter Müller, Marco Ercolani und Manuel Specht umsetzt, wurden nach den Kriterien wie innovative Umsetzung des Themas und Bedeutung des Beitrags für die zeitgenössischen Skulptur. Künstlerische Ausstrahlung, Proportionalität und Harmonie der Skulptur, die handwerkliche Umsetzung, Inszenierung und Lichtwirkung und technische Umsetzbarkeit beurteilt.


Auch im Sommer beschäftigt sich Philipp Käppeli mit Kunst: "In meinem Schaffen suche ich nach der Essenz meiner Wahrnehmungen welche sich in einer reduzierten Bildsprache offenbart. In meinen skulpturalen Arbeiten sind es oft ausgesuchte Fundstücke, welche mir als Inspirationsquelle dienen und die ich formal weiter entwickle. Im Material Spuren belassen und neue Spuren setzen, den Zwischenraum wahrnehmen und ihn bewusst als Teil des Werkes zu betrachten sind elementare Teile im Arbeitsprozess. 
Mehr die Form als die Farbe, mehr die Reduktion als das Üppige, mehr die Kraft in der Stille als das Laute und mehr die Abstraktion als das Gegenständliche umschreiben meine Schaffensweise." www.philippkaeppeli.com

Philipp Käppeli nimmt 2017 an der Biennnale Venedig 2017 teil
57th Venice International Art Biennale 2017
Be welcome to visit me in the Palazzo Mora at the Venice Art Biennale from May 13 – November 26 in the Exhibition "PERSONAL STRUCTURES" for the European Cultural Centre in Venice. Curated by the GAA Foundation. www.palazzomora.org